Inforeihe: Vom Solopreneur zum Arbeitgeber

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Thema 1: Mitarbeiter einstellen – wie geht das?


Bild: Pixabay: StartupStockFotos

Freiburg, 22. Oktober 2019 – Früher oder später sehen sich viele Selbständige vor die Entscheidung gestellt: entweder alleine bleiben und stagnieren oder auf Wachstum setzen und sich dafür Unterstützung holen. Aber wie gelingt der Sprung vom Solopreneur zum Unternehmer mit Personalverantwortung am besten? Was ein frisch gebackener „Chef“ so alles wissen muss, beleuchtet diese neue Inforeihe von lexoffice. In Teil 1 geht es um folgendes, zentrales Thema: Mitarbeiter einstellen!

Allein 2018 gab es in Deutschland rund 547.000 Unternehmensgründungen, 80 Prozent davon „solo“. Stellt sich der Geschäftserfolg erst einmal ein, kommen viele Einzelkämpfer aber schnell an ihre Kapazitätsgrenzen. Dann heißt es, zügig tatkräftige Unterstützung suchen, um das Wachstum nicht zu gefährden. Doch viele schrecken vor diesem Schritt zurück: zu groß scheinen Verantwortung und Risiko. Dabei besteht kein Grund zur Panik: Wer die Sache gut durchdacht und geplant angeht, kann am Ende nur profitieren.

Welches Beschäftigungsverhältnis passt zu den Wachstumsplänen?

Frei oder fest angestellte Mitarbeiter – was passt am besten? Hier gilt es, Vor- und Nachteile gut abzuwägen. Mitarbeiter einstellen und Arbeitgeber werden ist kein Hexenwerk, aber ein Thema mit vielen Facetten. Es reicht von der Personalplanung und Kalkulation, über die Frage nach dem richtigen Beschäftigungsverhältnis, den Möglichkeiten modernen Recruitings, bis hin zu Rechten und Pflichten als Arbeitgeber und dem Erstellen der ersten Lohn- und Gehaltsabrechnung. Dazu kommt, dass die Komplexität von Arbeitsrecht und Sozialgesetzgebung in Deutschland sehr hoch ist. Wichtig für die Personalfrage ist deshalb, zunächst die Vor- und Nachteile der Zusammenarbeit mit freien Mitarbeitern gegenüber der Einstellung von Festangestellten zu kennen und gegeneinander abzuwägen. Eine fundierte Gegenüberstellung der Kosten für den neuen Mitarbeiter und dem erwarteten Zuwachs im Unternehmensergebnis ist ebenfalls unerlässlich. Ist die Entscheidung getroffen und sind die Kosten kalkuliert, kann die Suche nach der Wunschbesetzung losgehen.

Vom „Solo“ zum „Team“: Check-Listen für die Entscheidungshilfe

Die wichtigste Überlegung bei der Entscheidung für die Beschäftigung eines Mitarbeiters ist die langfristige Kapazitätsplanung: Braucht es eine regelmäßige oder nur punktuelle Unterstützung? Wie viele Stunden pro Tag, pro Woche oder Monat? Diese Planung ist die Grundlage für die Gestaltung des zukünftigen Arbeitsverhältnisses und aller daraus resultierenden Konsequenzen für Rechte und Pflichten. Für die erste Orientierung bis hin zur Entscheidungsfindung helfen folgende Checklisten.

Checkliste – Argumente für freie Mitarbeiter:

  • Ein hoher Grad an Flexibilität bei schwankender Auftragslage
  • Keine Sozialleistungen, Kündigungsfristen o.ä.
  • Das wirtschaftliche Risiko liegt komplett beim freien Mitarbeiter

Checkliste – Argumente für feste Mitarbeiter:

  • Dauerhafte Tätigkeiten mit gleichbleibender Auslastung
  • Geringer administrativen Aufwand
  • Erfahrung, Wissen und Loyalität ausschließlich fürs Unternehmen; Risiko von Betriebsspionage deshalb gering

Greift eine einfache Checkliste wie diese zu kurz, besteht die Möglichkeit, mit einer Gewichtung nach Punkten zu arbeiten; das ergibt meist ein differenzierteres Bild.

Ist die Entscheidung gefallen, und soll ein freier Mitarbeiter beschäftigt werden, muss klar sein, für welches Projekt beziehungsweise für welche Tätigkeiten er beauftragt wird. Gibt es einen definierten zeitlichen Endpunkt für das Projekt? Braucht es eine detaillierte Aufgabenbeschreibung oder ein Pflichten- und Lastenheft? Darf der Freie nach eigenem Ermessen weitere Personen einsetzen und wenn ja, in welchem Umfang? Wie soll die Vergütung gestaltet sein (Festpreis, Pauschale, nach Aufwand)? Wie erfolgt der Leistungsnachweis? Nach welchen Kriterien werden Erfolg bzw. Zufriedenheit mit dem Ergebnis bemessen? Wie soll bei der Suche vorgegangen werden? Kommt dafür beispielsweise ausschließlich jemand vor Ort in Frage, oder wird überregional über Internetportale gesucht?

Soll ein fester Mitarbeiter beim Unternehmen beginnen, stellt sich die Frage nach Vollzeit- oder Teilzeit, Minijob oder auch Praktikum. Geht es an die Kandidatensuche, ist eine klare Profil- und Aufgabenbeschreibung unerlässlich. Beim Thema Einstellung von festen Mitarbeitern gehen übrigens die Start-ups mit gutem Beispiel voran: Sie schaffen im deutschlandweiten Durchschnitt innerhalb von drei Jahren jeweils knapp zwölf (!) Arbeitsplätze mit Zukunftsperspektive.

Mehr Wissenswertes rund um das Thema „Vom Solopreneur zum Arbeitgeber“ gibt es auch bei lexoffice unter diesem Link: https://www.lexoffice.de/lohn/wissen/mitarbeiter-einstellen-arbeitgeber/ und demnächst wieder in dieser Serie.

Bildquelle: Startup Stockfotos auf Pixabay

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