Heiße Phase für Mini- und Midijobs

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Jetzt Saisonkräfte richtig beschäftigen

Freiburg, 1. August 2019 – Der Sommer ist da, die Touristen auch – und so ist es wieder Hochphase für Saisonkräfte. Viele Unternehmen greifen in der Urlaubszeit gerne auf die Unterstützung von Mini- oder Midijobbern zurück. Was Arbeitgeber jetzt dabei steuerlich beachten sollten und welche gesetzlichen Änderungen es in dieses Jahr dafür gibt, wird im Folgenden geklärt.

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Mit Mini- und Midijobbern können Unternehmen auf schwankende Auftragslagen schnell und flexibel reagieren. Sie helfen in stressigen Phasen aus oder übernehmen Tätigkeiten, für die sich keine Vollzeitstelle lohnt. Kein Wunder, dass in Deutschland die Anzahl dieser Jobs Jahr für Jahr steigt. Doch für ihre steuerliche Abrechnung müssen ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Hier findet sich alles Wichtige auf einen Blick.

Zwei Typen von Minijobs: „450 Euro-Basis“ oder „kurzfristig“

Minijobs sind geringfügige Beschäftigungen; sie unterteilen sich prinzipiell in zwei Arten: Entweder erhält der Minijobber eine regelmäßige Beschäftigung mit einem Verdienst, der monatlich 450 Euro nicht übersteigen darf, oder er führt eine kurzfristige Beschäftigung aus. Bei regelmäßig arbeitenden Minijobbern, bei denen der Monatslohn die Grenze nicht übersteigt, kommt es auf die wöchentliche Arbeitszeit und die Anzahl der monatlichen Einsätze nicht an. Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer werden in dem Fall in der Regel pauschal berechnet und vom Arbeitgeber an die Minijob-Zentrale abgeführt. Es besteht alternativ auch die Möglichkeit einer individuellen Besteuerung nach der Steuerklasse des Minijobbers. Dieser zahlt einen Eigenanteil zur Rentenversicherung, außer er hat sich ausdrücklich von dieser Pflicht befreien lassen. Übersteigt der monatliche Lohn 450 Euro, wird das Arbeitsverhältnis sozialversicherungspflichtig. Bei kurzfristigen Minijobbern ist es wichtig, dass der Arbeitnehmer im Laufe eines Kalenderjahres nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage beschäftigt ist. Er arbeitet also nur gelegentlich – die Höhe des Verdienstes spielt in dem Fall keine Rolle. Kurzfristige Minijobs können auf zwei Arten besteuert werden: individuell nach der Steuerklasse des Minijobbers oder mit einer pauschalen Lohnsteuer in Höhe von 25 Prozent.

Gleiches Arbeitsrecht für alle Mitarbeiter in Teilzeit

Minijobber sind Teilzeitbeschäftigte und deshalb so zu behandeln, wie jeder andere Mitarbeiter in Teilzeit auch. Der Minijobber hat anteilig dieselben Ansprüche auf Feiertage, Urlaub sowie Entgeltfortzahlung bei Krankheit und auch Weihnachtsgeld, sofern welches gezahlt wird. Anders als andere Beschäftigte erhält er bei einer Erkrankung von mehr als sechs Wochen kein Krankengeld von der Krankenkasse. Für Minijobber gelten die üblichen Kündigungsregeln.

Der gesetzliche Mindestlohn von derzeit 9,35 EUR pro Stunde gilt auch für Minijobber. Ausnahmen bestehen nur für wenige Personengruppen wie etwa bestimmte Praktikanten und Minderjährige ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, genaue Stundenaufzeichnungen über Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit seiner Minijobber zu führen. Bezahlt das Unternehmen nach Tarif, muss auch der Minijobber Tariflohn erhalten. Ausnahmsweise darf die Jahresentgeltgrenze für Minijobber von 5.400 EUR überschritten werden, wenn dies auf einem unvorhersehbaren Überschreiten der 450 EUR Grenze in höchstens drei Monaten beruht.

Midijobber – zwischen „mini“ und „regulär“

Midijobber sind angesiedelt zwischen Minijob und regulärer Beschäftigung. Anders als Minijobber zahlen Midijobber Sozialabgaben, allerdings nicht in voller Höhe. Was hat sich für sie zum 1. Juli 2019 geändert? Bisher durften Midijobber maximal 850 Euro verdienen. Diese Grenze steigt jetzt sprunghaft auf monatlich 1.300 Euro an. Es gibt deshalb seit Juli eine viel größere Zahl an Midijobbern in Deutschland geben, von rund 3,5 Millionen ist die Rede. Diese zahlen weiterhin weniger Sozialbeiträge als reguläre Arbeitnehmer – immer abhängig von der Höhe des individuellen Gehalts. Midijobs sind seit dem ersten Juli zusätzlich noch aus einem weiteren Grund attraktiver: Auch wenn Midijobber Rentenversicherungsbeiträge nur aus einem reduzierten Entgelt leisten, werden der Berechnung der Rentenansprüche die tatsächlichen Entgelte zugrunde gelegt.

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