Köln, 6. Mai 2020 – Weltweit gibt es etwa 70 Millionen gehörlose Menschen. Für viele von ihnen ist Textsprache eine Fremdsprache; sie bedienen sich stattdessen der Gebärdensprache. Der Gesetzgeber hat auf den spezifischen Informationsbedarf von Menschen mit Handicap reagiert und verpflichtet in Deutschland Behörden und öffentliche Stellen zu barrierefreier digitaler Kommunikation. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützten Projekt „AVASAG“ erarbeiten Experten gemeinsam einen 3D-Gebärdensprach-Avatar.

Die Digitalisierung der Gesellschaft schreitet voran und eröffnet viele neue Möglichkeiten. Barrierefreie digitale Kommunikation für Menschen mit Behinderung vereinfacht deren Alltag und gewährleistet ihre gesellschaftliche Teilhabe. In dem vom BMBF geförderten Verbundprojekt AVASAG (steht für Avatar-basierter Sprachassistent zur automatisierten Gebärdenübersetzung) arbeiten sechs Partner aus Forschung und Entwicklung unter der Leitung von Charamel (Spezialist für interaktive Avatar-basierte Assistenzsysteme) an einem echtzeitgesteuerten 3D-Gebärdensprach-Avatar zur automatischen Übersetzung deutscher Texte in Gebärdensprache. Im Projekt entsteht eine völlig neuartige Gebärdenanimations-Methode für 3D-Avatare: Sie kombiniert solche des maschinellen Lernens mit regelbasierten Synthesemethoden, die Text in Gebärden abbilden. Zeitliche und räumliche Abhängigkeiten der komplexen Gebärdenelemente werden dabei sehr genau aufgelöst. Damit wird eine qualitativ hochwertige, realistische Darstellung eines 3D-Gebärdensprach-Avatars erreicht. Entsprechende Angebote ermöglichen gehörlosen und hörbehinderten Menschen eine umfassendere gesellschaftliche Teilhabe und eine stärkere Integration in die „Digitale Gesellschaft“. Die Ergebnisse des Projektes werden gemeinsam mit der Gehörlosen-Zielgruppe evaluiert und im Anwendungsfeld Reiseinformation und-service mit assoziierenden Partnern erprobt.

Die Partner im Konsortium: im Verbund stark für gesellschaftliche Teilhabe

Unter Leitung von Charamel arbeiten Forscher und Entwickler der folgenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Deutschland in den nächsten drei Jahre zusammen: yomma GmbH – Experten für Gebärdensprache in Hamburg; Ergosign GmbH, Pionier für User Experience Design in Saarbrücken; Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH – Forschungsbereiche „Kognitive Assistenzsysteme“, „Sprachtechnologie und Multilingualität; Technische Hochschule Köln / Institut für Medien- und Phototechnik, Köln sowie die Universität Augsburg / Human Centered Multimedia (HCM) in Augsburg. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen von „KMU-innovativ“ mit Schwerpunkt Mensch-Technik-Interaktion gefördert. Das Projektvolumen beträgt 1,98 Mio. Euro, davon 74% Förderanteil durch das BMBF.

Alexander Stricker, Geschäftsführer Charamel GmbH und Projektleiter von AVASAG dazu: „Digitale Barrierefreiheit wird immer wichtiger, um Inhalte dynamisch und für alle Zielgruppen adäquat aufbereitet zu vermitteln. Automatisierte Instrumente helfen bei einer barrierefreien Kommunikation. Wir sind begeistert von der Idee, mithilfe unserer smarten, lernfähigen Avatare hierzu einen maßgeblichen Beitrag leisten zu dürfen“.

Das Projekt auf einen Blick:

Projektname: AVASAG (Avatar-basierter Sprachassistent zur automatisierten Gebärdenübersetzung)

Projektvolumen: 1,98 Mio. Euro. € (ca.74 % Förderanteil durch BMBF)

Projektlaufzeit: 1. Mai 2020 – 30. April 2023

Projektpartner:

Download Pressebild: https://www.pr-vonharsdorf.de/2020/05/06/gebaerdensprach-avatar/

BU: 3D Gebärdensprach-Avatar übersetzt Text in Gebärdensprache.

Bildnachweis: Copyright Charamel

Über Charamel:

Die Charamel GmbH mit Sitz in Köln entwickelt umfassende 3D-Echtzeitanimationen für die nächste Generation der interaktiven Mensch-Maschine-Kommunikation. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren Projektpartner in verschiedenen Forschungsprojekten der Bundesministerien und erschafft über 20 Jahren interaktive Trainingssoftware sowie digitale 3D-Assistenten zur Unterstützung einer zunehmend emotionalen Mensch-Maschine-Kommunikation. Zu den Kunden von Charamel gehören namenhafte Firmen aus Industrie, Dienstleistung, Forschung und Handel wie Audi, Bosch, ECE, Ford, Samsung, Telekom und Vodafone.
Weitere Informationen über www.charamel.com

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