Studie zur Zusammenarbeit von PR und Fachjournalisten

Fachmedien mögen es persönlich, kurz und visuell

TitelbildMünchen 14. Juli 2016 – Die aktuelle Studie der Kommunikationsagentur PR von Harsdorf „Wie PR die journalistische Arbeit der Fachmedien bestmöglich unterstützen kann“ hinterfragt die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Medienkategorien an die Zusammenarbeit zwischen PR und Journalisten. Befragt wurden Wirtschafts-, IT- sowie Branchenmedien. Das klassische PR-Tool Pressekonferenz nimmt bei diesen Medien dramatisch an Wichtigkeit ab – vor allem bei der Wirtschaftspresse –, während der persönliche Kontakt als immer wichtiger eingestuft wird. Und die Pressemitteilung nimmt bei den Fachmedien sogar einen höheren Stellenwert ein als bei der Gesamtheit der Medien.

Die im Mai durchgeführte Studie der Agentur PR von Harsdorf hatte zum Ziel, die Unterschiede der Zusammenarbeit zwischen PR-Stellen und Fachmedien im Vergleich zur Zusammenarbeit mit Medien im Allgemeinen herauszufinden. Zum Vergleich werden die Ergebnisse der Studie „Recherche 2016“ von news aktuell herangezogen. PR von Harsdorf befragte rund 700 Journalisten aus Wirtschaft, IT und Branchentitel mit einer Rücklaufquote von 14 Prozent.

Für die Zusammenarbeit von PR-Stellen und Redaktionen sind besonders die verschiedenen Studie 2016 _ Wichtigkeit von PR-Tools bei FachmedienPR-Instrumentarien in ihrer zeitgemäßen Nutzung interessant. Kurz zusammengefasst wird der persönliche Kontakt zu PR-Kontakten in allen drei Medienkategorien erstaunlich hoch eingeschätzt (98 Prozent wichtig/eher wichtig), die Pressemitteilung dient vor allem den Branchen- und IT-Medien (mit 100 bzw. 92 Prozent wichtig/eher wichtig) nach wie vor als wertvolle Quelle, bei den Wirtschaftsredakteuren sehen das nur 57 Prozent so. Alle sind sich aber einig: Sie soll dabei möglichst knapp sein, denn 67 Prozent präferieren die Länge von einer Seite. Ähnliche Werte wie die Mitteilung erhalten die Pressebilder: Branchen- und IT-Medien (100 bzw. 89 Prozent wichtig/eher wichtig) können nicht mehr auf sie verzichten, während sich mit 57 Prozent bei den Wirtschaftsmedien hausinterne Bildressourcen bemerkbar machen. Infografiken werden mit rund 90 Prozent bei allen Fachmedien geschätzt. Bei der Nutzung von Pressemitteilungen und -bildern liegen die Werte höher als bei der Gesamtheit der Medien („Recherche 2016“: 86 Prozent bei Pressemitteilungen, 87 Prozent bei Bildern).

Pressekonferenzen als Marketingevents abgestempelt

Die Wichtigkeit von Pressekonferenzen wird von mehr als der Hälfte aller Befragten dagegen als kritisch gesehen, die Wirtschaftsredakteure stufen sie sogar mit 71,4 Prozent (eher unwichtig/unwichtig) als überholtes Instrument ein (61,7 Prozent der IT Medien und 57,1 Prozent der Branchenmedien). Hier wird in den persönlichen Kommentaren deutlich, dass Pressekonferenzen ihren früher hohen Wert durch Studie 2016_digitale Formatezu geringen Neuheitsgrad, zu wenig Zusatzinformationen zu Pressemitteilungen, keine klaren Antworten auf kritische Fragen und zu hohen Marketing-Charakter verspielt haben. Allerdings erhält die digitale Pressekonferenz eine Chance, denn 50 Prozent der Wirtschaftsredakteure, 63 Prozent der IT-Journalisten und sogar 71 Prozent der Branchenmedien würden digitale Formate nutzen – auch für ein Interview.

Social Media Nutzung der Fachmedien überdurchschnittlich

Bei der Abfrage arbeitsrelevanter Faktoren fällt besonders auf, dass die Redakteure der Branchenmedien (70 Prozent) und IT-Medien (67 Prozent) übergreifend im Print- und Online-Bereich tätig sind, während aus den Wirtschaftsredaktionen nur 33 Prozent beide Bereiche bedienen. Hier ist eine deutlichere Trennung der Print- und Online-Teams gegeben. In diesem Zusammenhang zeigt auch die berufliche Nutzung von Social Media bei den Journalisten interessante Zahlen: Trotz der vermehrten Printtätigkeit bei den Wirtschaftsredakteuren sind hier bereits 85,7 Prozent beruflich auf Facebook und Twitter sowie 42,2 Prozent auf Xing aktiv, gefolgt von den Branchen-Fachredakteuren, die mit 71,4 Prozent Facebook, Twitter und Xing als Bundle zur Positionierung und Recherche nutzen.

Erstaunlicherweise liegen IT-Redakteure zurück bei Facebook (46,2 Prozent), Twitter (53,9 Prozent), Ausnahme Xing (64,1 Prozent). Insgesamt ist die Social Media Nutzung der befragten Fachmedien jedoch erheblich höher als der Durchschnittswert von 52 Prozent aller Journalisten, die laut „Recherche 2016“ in den sozialen Medien recherchieren. Jedoch spielen auch bei den Fachredakteuren Snapchat oder Instagram noch keine Rolle.

Relevante Erkenntnisse für die PR-Arbeit

Für PR-Stellen und -Agenturen bedeuten die Ergebnisse der Studie die Verabschiedung vom Gießkannenprinzip – die Redakteure verschiedener Fachmedien wollen unterschiedlich betreut werden. Folgendes lässt sich schlussfolgern:

1.    Persönlicher Kontakt zählt, und um das Wissen intelligent nutzbar zu machen, müssen Journalistendatenbanken Fachmedien-spezifische und persönliche Historienmerkmale sammeln und bereitstellen. Die Zukunft heißt: individualisierte Inhalte und Kommunikationswege.

2.    Pressemitteilungen sind für Fachmedien eine wichtige Quelle, doch sie sollten kurz gehalten und mit Studie 2016 _ PR-Themen mit Chance auf Veröffentlichunginteressantem Bildmaterial versehen sein. Für Veröffentlichungen gern genommene Themen sind  Studien, neue Produkte (in IT/Branchen) und Unternehmensnachrichten (in Wirtschaft).

3.    Fachartikel sind gefragt (89 Prozent), bei der Wirtschaftspresse mehr zur Recherche, bei IT- und Branchenmedien auch zur Veröffentlichung.

4.    Pressekonferenzen müssen wieder aufgewertet werden (Neuigkeitsgehalt, Auskunftsbereitschaft, Produkte zum Testen vor Ort, etc.). Neugestalteten digitalen Formaten stehen die Türen offen.

5.    Mehr Storytelling in den Pressemitteilungen oder Fachartikeln wird auch in den Wirtschaftsmedien vermehrt geschätzt. Beiträge werden dadurch leserorientiert verwertbar. IT- und Branchenmedien sind sehr verhalten.

6.    Social Media wird zur Recherche und eigenen Positionierung genutzt. Geschlossene Angebote für Journalisten auf Xing oder Facebook sehen diese aber skeptisch.

Bild_Studie_ZitateFazit: Medienkompetenz sowie Kenntnis über Redaktionsabläufe und -bedürfnisse bei PR-Stellen werden zunehmend wichtiger in einer Zeit, in der der finanzielle Druck und die Anforderungen an Redaktionen immer vielfältiger werden.

Die komplette Studie bietet noch weitere Erkenntnisse über relevante Themen in der Zusammenarbeit mit Fachmedien. Sie kann über www.pr-vonharsdorf.de bestellt werden.

 

Über PR von Harsdorf GmbH

PR von Harsdorf ist eine inhabergeführte PR-Agentur. Zielgruppe sind gleichermaßen Unternehmen aus B2B- und B2C-Bereich. Elke von Harsdorf weist sowohl langjährige Agentur- als auch Redaktionserfahrung auf. Sie und ihr Team sind in der Medienlandschaft im deutschsprachigen Raum zu Hause und verfügen über umfassendes Branchen- und PR-Know-how. Zu den aktuellen Kunden zählen unter anderem Aagon, Assmann Electronic, Haufe-Lexware, InFocus, OKI Systems, Deutscher Gründerverband und Camelot Consulting.

Ansprechpartner für weitere Informationen und Bildmaterial: Maren Müller, mm@pr-vonharsdorf.de

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